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Erster Münchner Kulturtag

Zur identitären Lebensart gehört nicht nur Aktivismus, sondern auch das gemeinschaftliche Erlebnis der eigenen Kultur jenseits von bloßem Tourismus und Konsum. Der vergangene Samstag stand für unsere Aktivisten aus München daher ganz im Zeichen der regionalen Kultur und Tradition:



„Junge Burschen, frisch und keck, die noch das Herz am rechten Fleck“ - so beschreibt das „Münchner Kindl“ die Gesellen der Münchner Schäfflerzunft, die der Legende nach erstmals im Jahr 1517 mit ihrem beschwingten Tanz das Leben zurück in die Stadt brachten, nachdem sich die Bürger nach dem Wüten der Pest lange Zeit nicht mehr auf die Straßen getraut hatten und das öffentliche Leben ausgestorben war. Seither führen die Schäffler (Fassmacher) ihren markanten Zunfttanz pünktlich alle sieben Jahre zur Faschingszeit in der ganzen Stadt auf und erinnern die Münchner damit an die jugendliche Erneuerung, die jeder schweren Krisenzeit folgt. Die exklusive Gemeinschaft junger Männer, die mit heiterer Musik, Tanz und den immergrünen Bögen aus Buchsbaum im Frühjahr die Stadt aus der Winterstarre erwecken, wirkt dabei als kräftiges Symbol, das bis heute zahlreiche Zuschauer in seinen Bann zieht. Auch unsere Aktivisten genossen dieses Jahr das seltene Spektakel und läuteten damit den ersten Münchner Kulturtag ein.


Als Nächstes stand ein Besuch der Münchner Residenz auf dem Programm, welche seit dem Hochmittelalter den bayerischen Herzögen, Kurfürsten und Königen als Stadtschloss diente und die ganze Pracht des Wittelsbacher Herrschergeschlechts beherbergt. Die prunkvollen Gebäude, die durch die Bombardierung Münchens im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört worden waren, sind in jahrzehntelanger Arbeit wiederhergestellt worden und können mittlerweile wieder fast vollständig besichtigt werden. Auch mehrere Stunden genügten jedoch kaum, um den ganzen Reichtum der Schätze und Kunstwerke, die uns die bayrischen Fürsten in ihren Hallen hinterlassen haben, angemessen zu bewundern.


Ein ausgedehnter Spaziergang führte uns anschließend durch die repräsentativen Straßen der Landeshauptstadt, vorbei an Hofgarten, Friedensengel und Maximilianeum, zu einer Gaststätte, wo wir den Tag beim gemeinsamen Essen, Trinken und Kartenspiel ausklingen ließen. Im Zentrum stand dabei ein Crashkurs im „Schafkopfen“, das als typisch altbayerisches Kartenspiel schon seit Jahrhunderten gesellige Runden in der Stube, in Schulen oder Wirtshäusern bereichert.


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